Die Ware Kraft. Eine Weihnachtsgeschichte

Eine Weihnachtsgeschichte
2017

DIE WARE KRAFT ist eine kritische aber friedvolle Geschichte, ein kurzer vielschichtiger Text, der Weihnachten im Heute verorten will. Ein Versuch. Eine Versuchung … hinter die Worte zu schauen, hinter die Bilder zu hören, die uns das ganze Jahr über von Millionen Medien präsentiert werden.

EINE WEIHNACHTSGESCHICHTE

die ware kraft

ist aus der stille

die ware stille

ist aus der kraft

aus der mode

der puste

atemlos

still

stille kommerzialisiert

stiller kommerz?

welch lächerlicher gedanke

dies heute lächerlich zu finden

alles kommerzialisiert

das ist die wareheit

wo blieb das h

nun

heimlich schleicht es herum

im verhüllten garten der unschuld

hastig ortet es sich neu

jedesmal wenn die hülle erkannt

helle wagt es nicht zu strahlen

wie ein h

von natur aus

im naturhaus

durchaus in der lage gewesen wäre

aus ware wird wäre

und das h

das heimlich hastig helle

tritt aus dem fokus

dem brennpunkt

ein treten dort zwei junge herren

die sich söhne nennen

dürfen

sich als söhne erkennen

ernennen

lassen

hassen

söhne gottes

schwingt es durch den sternenstrom

die situation verfärbt sich

musik tönt in den hintergrund

tönt aus dem all

es ist ein kleines

trocken und dumpf tönendes all

ganz ohne hall

ein stall?

das all ohne hall

und wieder

beinahe unbemerkt

schleicht sich das h

in die szene

ob all oder hall das spielt eine rolle

nicht keine

die jungen herren

ehren

und sind auf der suche

nach relevanz

rollenrelevanz

wie der schauspieler

der schausteller

die einzelnen buchstaben seiner rolle

zur schau stellt

und sie schließlich

auskotzt

so fühlt sich der irrelevante faktor

quer

auf der bühne

im rampenlicht

ohne im schein zu sein

die rampensau

ohne helle

es flackern die kerzen

heimeligkeit suchen die brüder

die einen wie die anderen

zeigen es aber nicht

schnee

weiser schnee

wo platziert sich das ich

auf diesem feld

auf diesem bühnenfelde

verortet sich das sein

das eigen

das eigensein

im eigensinn

wo treibt der allhall

die könige forthin?

kaum eigen

leuchtet über den tellerhorizont

des sonnenvergangs

des sonnengesangs

der eine bruder ist heilig

der andere will es

beide verbindet mehr

als glauben

ein tiefes festes glauben

an die sohnhaftigkeit

wie der sohn zu haften hat

an jenen

die da sind

waren

und sein werden

in ewigkeit

armen

in den armen

sich in den armen liegen

das h ist da

zufriedenheit breitet sich aus

weit über den horizont

der himmel strahlt

es ist ein ringen

sagt der eine

ein geschenk

der andere